Ein paar Minuten Ruhe, ein Notizbuch und ein Stift. Vielleicht sitzt du mit einer Tasse Tee am Fenster, lässt den Tag Revue passieren und denkst an die kleinen Momente, die ihn besonders gemacht haben. Zum Beispiel ein schönes Gespräch, ein Spaziergang in der Mittagspause oder etwas, auf das du dich in den nächsten Tagen freust.
Diese Gedanken kannst du beim Journaling festhalten. Manchmal entstehen daraus nur ein paar Zeilen, manchmal eine ganze Seite. Dabei entdeckst du vielleicht auch etwas, das dir vorher gar nicht so bewusst war. Mit der Zeit entsteht so eine persönliche Sammlung aus Gedanken, Erinnerungen und kleinen Alltagsmomenten, durch die du immer wieder blättern kannst.
Du kannst also direkt mit dem Journaling anfangen. Damit dir der Einstieg gelingt, findest du in diesem Artikel drei einfache Schreibfragen, praktische Tipps und Ideen, wie du Journaling in deinen Alltag integrieren kannst.
Eine kleine Schreibübung zum Einstieg
Bevor wir uns genauer anschauen, was Journaling eigentlich ist, probiere es doch einmal selbst aus, indem du an deinen heutigen Tag zurückdenkst. Gab es einen Moment, der dir besonders gutgetan hat? Vielleicht ein nettes Gespräch, eine kleine Pause an der frischen Luft oder die ersten Minuten mit deinem Morgenkaffee.
Nimm dir einen Stift und vervollständige diesen Satz:
Heute habe ich mich über … gefreut, weil …
Schreibe einfach auf, was dir dazu einfällt. Vielleicht werden es zwei Sätze, vielleicht ein paar mehr. Schon hast du deinen ersten kleinen Journaling-Eintrag geschrieben. Wenn du solche Momente regelmäßig festhältst, entsteht nach und nach eine schöne Sammlung persönlicher Erinnerungen.
Was ist Journaling eigentlich?
Journaling bedeutet, die eigenen Gedanken, Gefühle, Erlebnisse und Beobachtungen schriftlich festzuhalten. Dabei nimmst du dir bewusst Zeit für dich selbst und kannst deinen Alltag aus einer anderen Perspektive betrachten. Beispielsweise kannst du einen schönen Moment festhalten, über eine Entscheidung nachdenken oder einfach sammeln, was dir gerade durch den Kopf geht.
Journaling unterscheidet sich ein wenig vom klassischen Tagebuchschreiben. Während du in einem Tagebuch häufig festhältst, was du an einem bestimmten Tag erlebt hast, stehen beim Journaling eher deine Gedanken, Empfindungen und persönlichen Reflexionen im Mittelpunkt. Allerdings sind die Grenzen fließend, denn auch ein Tagebucheintrag kann eine Form von Journaling sein.

Was kann Journaling im Alltag bewirken?
Im Alltag wechseln wir häufig zwischen verschiedenen Aufgaben und Eindrücken. Dabei lassen Termine, Arbeit, Haushalt und andere Verpflichtungen manchmal wenig Raum, um die eigenen Gedanken bewusst wahrzunehmen. Deshalb kann Journaling eine schöne Gelegenheit sein, die Aufmerksamkeit für einige Minuten auf dich selbst zu richten.
Vielleicht kennst du das Gefühl, dass dir beim Erzählen plötzlich klar wird, was du eigentlich über eine Situation denkst. Beim Schreiben kann etwas Ähnliches passieren. Du kannst deine Gedanken in Ruhe betrachten und manchmal Zusammenhänge erkennen, die dir vorher nicht aufgefallen sind.
Schreiben kann dir dabei helfen:
- Gedanken zu sortieren: Was beschäftigt dich gerade? Was ist dir wichtig?
- Schöne Momente bewusster wahrzunehmen: Auch kleine Erlebnisse bekommen einen Platz.
- Gefühle besser kennenzulernen: Beim Schreiben kannst du entdecken, wie du bestimmte Situationen empfindest.
- Eigene Bedürfnisse wahrzunehmen: Was tut dir gut? Wovon möchtest du mehr in deinen Alltag bringen?
- Entwicklungen zu erkennen: Wenn du ältere Einträge liest, bemerkst du vielleicht, wie sich deine Gedanken und Perspektiven verändert haben.
Besonders interessant ist außerdem der Blick zurück. Was hat dich beispielsweise vor einigen Monaten beschäftigt? Welche Wünsche hattest du damals? Und welche kleinen Erlebnisse sind dir besonders in Erinnerung geblieben? Mit der Zeit kann ein Journal so zu einer ganz persönlichen Sammlung deiner Gedanken und Erinnerungen werden.
Mit Journaling anfangen: 3 einfache Fragen
Gerade für den Einstieg sind kleine Schreibimpulse hilfreich, denn sie geben dir eine Richtung vor und lassen gleichzeitig genügend Platz für deine eigenen Gedanken. Dabei kannst du die folgenden drei Fragen nacheinander beantworten oder dir zunächst eine aussuchen, die dich besonders anspricht.
1. Was beschäftigt mich gerade?
Manchmal tragen wir viele kleine Gedanken mit uns herum: eine bevorstehende Aufgabe, ein schönes Erlebnis, eine Entscheidung oder etwas, auf das wir uns freuen. Deshalb lohnt es sich, einen Moment innezuhalten und zu überlegen, was dir gerade durch den Kopf geht.
Dein Schreibimpuls:
Was nimmt in meinen Gedanken momentan besonders viel Raum ein?
Vielleicht denkst du schon länger darüber nach, wieder mehr Zeit draußen zu verbringen. Dein Eintrag könnte dann so beginnen:
„In letzter Zeit denke ich oft darüber nach, wie ich mehr Bewegung in meinen Alltag bringen kann. Besonders nach langen Arbeitstagen merke ich, wie schön ein kleiner Spaziergang sein kann.“
Von hier aus kannst du deine Gedanken weiterentwickeln. Was gefällt dir beispielsweise an Spaziergängen besonders? Und welche Möglichkeiten gibt es, häufiger nach draußen zu gehen? Vielleicht entstehen beim Schreiben sogar ganz neue Ideen.
2. Was hat mir heute gutgetan?
Oft sind es die kleinen Momente, die einen Tag besonders machen. Dazu gehören zum Beispiel die ersten Sonnenstrahlen am Morgen, ein Spaziergang in der Mittagspause, ein gutes Gespräch oder ein ruhiger Abend mit einem Buch. Beim Journaling kannst du dir bewusst Zeit nehmen, um diesen Augenblicken etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Dein Schreibimpuls:
Welcher Moment hat mir heute besonders gutgetan – und warum?
Ein Eintrag könnte zum Beispiel so aussehen:
„Heute habe ich in der Mittagspause einen kleinen Spaziergang gemacht. Die Luft war angenehm frisch und die Bäume leuchteten in den schönsten Herbstfarben. Besonders schön war es, einfach ein paar Minuten draußen zu sein.“
Vielleicht möchtest du sogar ein Foto von deinem Spaziergang oder ein gepresstes Blatt dazu einkleben. Dadurch entsteht mit der Zeit eine kleine Sammlung persönlicher Alltagsmomente, zu denen du immer wieder zurückblättern kannst.
3. Was wünsche ich mir für die nächsten Tage?
Manchmal hilft ein kurzer Blick nach vorne, um bewusster zu entscheiden, wie wir unsere Zeit gestalten möchten. Vielleicht möchtest du beispielsweise häufiger draußen sein, dir mehr Ruhe gönnen, ein neues Rezept ausprobieren oder wieder einmal etwas Kreatives machen.
Dein Schreibimpuls:
Was möchte ich mir in den nächsten Tagen bewusst ermöglichen?
Das kann beispielsweise so aussehen:
„Am Wochenende möchte ich mir einen gemütlichen Morgen machen. Frühstücken, ein bisschen lesen und anschließend eine Runde durch den Park gehen.“
Es muss kein großes Vorhaben sein. Vielleicht ist es einfach ein Spaziergang nach Feierabend oder eine halbe Stunde, in der du etwas machst, das dir Freude bereitet. Wenn du deine Wünsche aufschreibst, kannst du sie später noch einmal aufgreifen und schauen, was du davon umgesetzt hast.

Drei einfache Journaling-Fragen helfen dir, deine Gedanken zu sortieren und schöne Momente festzuhalten.
Deine erste Journaling-Seite
Jetzt kannst du die drei Fragen miteinander verbinden. Dafür schlägst du einfach eine neue Seite auf, schreibst das heutige Datum darüber und ergänzt anschließend die folgenden Sätze:
- Gerade denke ich viel über … nach.
- Heute hat mir … besonders gutgetan.
- In den nächsten Tagen möchte ich mir Zeit für … nehmen.
Nimm dir ungefähr fünf Minuten dafür. Du kannst die Sätze ergänzen, ausführlicher beantworten oder daraus ganz eigene Gedanken entwickeln. Vielleicht möchtest du deine Seite anschließend mit einer kleinen Zeichnung, einem Foto oder einem Fundstück vom Spaziergang gestalten. So entsteht bereits deine erste persönliche Journaling-Seite.
Wie lange und wie oft sollte man Journaling machen?
Eine der schönen Seiten am Journaling ist, dass du es ganz unterschiedlich gestalten kannst. Manche Menschen schreiben jeden Morgen, andere am Abend oder nur gelegentlich am Wochenende. Welche Variante zu dir passt, hängt von deinem Alltag und deinen persönlichen Vorlieben ab.
Wie lange sollte ich schreiben?
Für den Anfang sind fünf bis zehn Minuten ein guter Orientierungswert. Das reicht häufig aus, um einen Gedanken festzuhalten, eine Frage zu beantworten oder auf den vergangenen Tag zurückzublicken. Wenn du gerne länger schreibst, kannst du dir natürlich mehr Zeit nehmen. Vielleicht merkst du nach einer Weile, dass dir bestimmte Themen besonders viel Freude machen und du dich gerne ausführlicher damit beschäftigst.
Wie oft ist Journaling sinnvoll?
Du kannst täglich schreiben, mehrmals pro Woche oder immer dann, wenn du Lust darauf hast. Für den Einstieg bietet es sich an, ein oder zwei feste Schreibmomente in der Woche auszuprobieren. Zum Beispiel am Sonntagmorgen mit einer Tasse Kaffee oder an einem ruhigen Abend nach der Arbeit. Mit der Zeit merkst du, wie häufig du dein Journal nutzen möchtest.
Morgens oder abends schreiben?
Beide Tageszeiten haben ihren eigenen Reiz. Am Morgen kannst du deine Gedanken sammeln und dich auf den kommenden Tag einstimmen. Fragen wie „Worauf freue ich mich heute?“, „Was ist mir heute besonders wichtig?“ oder „Wie möchte ich meinen Tag gestalten?“ können dir dabei helfen.
Am Abend bietet sich die Gelegenheit, den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen und besondere Augenblicke festzuhalten. Dabei kannst du beispielsweise darüber schreiben, was heute schön war, was du Neues entdeckt hast oder welchen Moment du gerne in Erinnerung behalten möchtest.
Vielleicht findest du aber auch einen ganz anderen Zeitpunkt, der besser zu dir passt. Entscheidend ist, dass sich das Schreiben angenehm in deinen Alltag einfügt.

Papier oder digital: Wie möchtest du schreiben?
Ein klassisches Notizbuch ist eine schöne Möglichkeit, mit dem Journaling zu beginnen. Du kannst darin schreiben, zeichnen, kleine Erinnerungsstücke einkleben oder deine Seiten mit Fotos gestalten. Vielleicht gefällt dir besonders, dass du beim Schreiben mit der Hand eine kleine Pause vom Bildschirm machst. Mit der Zeit füllt sich dein Notizbuch mit persönlichen Erinnerungen, durch die du immer wieder blättern kannst.
Wenn du deine Gedanken lieber digital festhältst, kannst du dafür auch eine Notiz-App oder ein digitales Journal verwenden. Besonders praktisch ist das, wenn dir unterwegs eine Idee kommt oder du einen schönen Moment schnell notieren möchtest.
Beide Varianten haben ihre Vorteile:
| Journaling auf Papier | Digitales Journaling |
|---|---|
| Schreiben mit der Hand | Jederzeit auf Smartphone oder Tablet möglich |
| Platz für Zeichnungen, Fotos und Erinnerungen | Einträge lassen sich leicht durchsuchen |
| Bewusste Zeit ohne Bildschirm | Gedanken auch unterwegs schnell festhalten |
| Persönliches Notizbuch zum Durchblättern | Einträge lassen sich einfach ergänzen |
Du kannst die beiden Möglichkeiten auch miteinander verbinden. Vielleicht schreibst du längere Gedanken gerne in ein Notizbuch und hältst spontane Einfälle unterwegs auf deinem Smartphone fest.

Ob mit Stift und Papier oder digital auf dem Smartphone – beim Journaling kannst du wählen, was am besten zu deinem Alltag passt.
So wird Journaling zu einem kleinen Alltagsritual
Manche Gewohnheiten werden besonders angenehm, wenn wir sie mit einem schönen Moment verbinden. Das kann auch beim Journaling helfen. Vielleicht suchst du dir einen gemütlichen Platz am Fenster, machst dir einen Tee oder setzt dich bei schönem Wetter mit deinem Notizbuch auf den Balkon.
Auch ein kurzer Spaziergang kann ein schöner Ausgangspunkt sein. Danach kannst du festhalten, was dir unterwegs aufgefallen ist: das Licht zwischen den Bäumen, die ersten bunten Herbstblätter oder eine kleine Begegnung, über die du dich gefreut hast. Solche Beobachtungen eignen sich wunderbar als Schreibimpulse und machen dein Journal mit der Zeit zu einer persönlichen Sammlung von Alltagserinnerungen.
Entdecke deinen eigenen Journaling-Stil
Mit der Zeit kannst du verschiedene Arten des Journalings ausprobieren. Vielleicht gefallen dir besonders:
- Dankbarkeitsjournaling: Du hältst Dinge und Momente fest, für die du dankbar bist. Das können besondere Erlebnisse sein, aber auch kleine Freuden aus deinem Alltag.
- Reflexionsfragen: Du beschäftigst dich mit bestimmten Gedanken, Erlebnissen oder Wünschen und lernst dabei deine eigenen Sichtweisen besser kennen.
- Naturjournaling: Du notierst Beobachtungen von Spaziergängen, aus dem Garten oder von deinem Balkon. Auch Fotos, Skizzen und gepresste Blätter finden hier ihren Platz.
- Freies Schreiben: Du schreibst einfach auf, was dir gerade in den Sinn kommt, und lässt deine Gedanken ihren eigenen Weg finden.
- Kreatives Journaling: Du verbindest Texte mit Fotos, Zeichnungen, kleinen Collagen oder Erinnerungsstücken.
Du kannst auch verschiedene Formen miteinander kombinieren. Zum Beispiel besteht eine Seite aus einem längeren Text und die nächste nur aus drei Stichpunkten und einem Foto. Vielleicht gestaltest du aber auch eine Doppelseite über deinen letzten Ausflug und hältst anschließend deine Gedanken zur kommenden Woche fest. So entwickelt sich nach und nach ein Journal, das zu dir und deinem Alltag passt.

Journaling kann auch kreativ sein: Mit gepressten Blüten und persönlichen Erinnerungen gestaltest du dein Journal ganz individuell.
Noch mehr Journaling-Fragen für deinen Alltag
Du hast deine ersten Zeilen geschrieben und möchtest weitermachen? Dann findest du hier einige zusätzliche Fragen, die du jederzeit aufgreifen kannst. Such dir einfach eine aus, die dich gerade anspricht.
Für einen ruhigen Start in den Tag
- Worauf freue ich mich heute?
- Was möchte ich heute bewusst wahrnehmen?
- Was könnte meinen Tag ein bisschen schöner machen?
Für einen kleinen Rückblick
- Was hat mich heute zum Lächeln gebracht?
- Was habe ich heute zum ersten Mal gemacht oder entdeckt?
- Welcher Moment ist mir besonders in Erinnerung geblieben?
Für mehr Aufmerksamkeit im Alltag
- Wann habe ich mich in letzter Zeit besonders wohlgefühlt?
- Welche kleinen Dinge machen meinen Alltag schöner?
- Wofür möchte ich mir in der kommenden Woche mehr Zeit nehmen?
Du kannst dir jede Woche eine neue Frage aussuchen oder deine Lieblingsfragen regelmäßig wiederholen. Gerade beim erneuten Beantworten ist es interessant zu beobachten, wie sich Gedanken und Wünsche im Laufe der Zeit verändern. Vielleicht entdeckst du dabei auch, welche kleinen Dinge dir besonders häufig Freude bereiten.
Ein Notizbuch voller kleiner Momente
Vielleicht beginnt dein Journal heute mit drei Sätzen über einen schönen Spaziergang. Beim nächsten Mal hältst du eine Idee fest, schreibst über ein Erlebnis oder klebst ein Foto von deinem Wochenendausflug ein. Nach und nach füllen sich die Seiten mit Gedanken, Erinnerungen und kleinen Geschichten aus deinem Alltag.
Und irgendwann blätterst du zurück und entdeckst Momente wieder, an die du schon lange nicht mehr gedacht hast. Vielleicht erinnerst du dich an einen besonders schönen Sommertag, eine kleine Entdeckung im Herbst oder einen Wunsch, den du inzwischen verwirklicht hast.
Wie wäre es, wenn du heute mit deiner ersten Seite beginnst? Such dir eine der drei Einstiegsfragen aus, schnapp dir dein Notizbuch und schreib einfach los.
Noch mehr Schreibimpulse für deinen Alltag
Wenn du besonders gerne die kleinen schönen Momente deines Alltags festhältst, könnte auch mein Workbook „Dankbarkeit & Selfcare“ etwas für dich sein. Es lädt dich mit angeleiteten Reflexionsfragen dazu ein, Dankbarkeit und persönliche Alltagsmomente schriftlich festzuhalten.
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Vielleicht wird aus ein paar Zeilen heute eine Erinnerung, über die du dich in einigen Monaten noch einmal freust.
