Saisonal essen im Herbst: Was die Saison zu bieten hat

Im Herbst verändert sich draußen einiges. Die Tage werden kürzer, die Blätter färben sich und morgens fühlt sich die Luft plötzlich anders an als noch ein paar Wochen zuvor. Auch beim Einkaufen zeigt sich der Wechsel der Jahreszeit: Äpfel und Birnen liegen wieder in vielen Sorten in den Auslagen, Kürbisse tauchen überall auf und nach und nach kommen mehr Kohl- und Wurzelgemüse dazu.

Saisonal zu essen ist eine schöne Möglichkeit, diese Veränderungen auch auf dem Teller wahrzunehmen. Vielleicht entdeckst du beim nächsten Einkauf eine Apfelsorte, die du noch nicht kennst, nimmst einen Kürbis mit oder probierst eine Kohlsorte aus, an der du sonst eher vorbeigehst. Viele typische Herbstlebensmittel lassen sich vielseitig verwenden und mit Gerichten kombinieren, die ohnehin zu deinem Alltag gehören. Aus einem Kürbis wird zum Beispiel Ofengemüse, ein Teil davon ergänzt am nächsten Tag eine Bowl und ein paar Apfelstücke machen aus dem gewohnten Porridge ein herbstliches Frühstück.

Es geht also gar nicht darum, im Herbst plötzlich völlig anders zu essen. Viel spannender ist die Frage: Was gibt es gerade – und was davon könnte gut in deinen Alltag passen?

Sonniger Waldweg zwischen orange und golden gefärbten Bäumen im Herbst
Im Herbst verändert sich die Natur – und mit ihr auch das saisonale Angebot auf unseren Tellern.

Was bedeutet eigentlich saisonal essen?

Saisonal zu essen bedeutet, Lebensmittel zu der Zeit auszuwählen, in der sie hier angebaut und geerntet werden können. Dabei werden die Begriffe saisonal und regional häufig gemeinsam verwendet, obwohl sie nicht genau dasselbe bedeuten. Ein Apfel aus der eigenen Region kann beispielsweise schon einige Zeit gelagert worden sein, während ein Gemüse gerade Saison hat, aber aus einer anderen Region Deutschlands stammt.

Ein Saisonkalender kann dabei helfen, einen Überblick zu bekommen. Gleichzeitig verrät oft schon ein Blick in die Obst- und Gemüseabteilung oder auf einen Wochenmarkt, was gerade reichlich angeboten wird. Im Herbst ist die Auswahl besonders abwechslungsreich: Neben frisch geernteten Lebensmitteln gibt es viele Obst- und Gemüsesorten, die sich gut lagern lassen und deshalb auch in den kommenden Monaten erhältlich bleiben.

Dabei geht es nicht darum, den Einkauf ausschließlich nach Saison und Herkunft auszurichten. Vielmehr kann die Saison eine zusätzliche Inspiration sein. Statt zuerst zu überlegen, welches Rezept du kochen möchtest, kannst du die Perspektive auch einmal umdrehen: Was wird gerade geerntet – und worauf davon habe ich Lust?

Marktstand mit Kürbis, Kohl, Möhren, Äpfeln und weiterem saisonalem Obst und Gemüse
Ein Blick auf Marktstände und Gemüseauslagen zeigt, was die aktuelle Saison zu bieten hat.

Diese Lebensmittel passen in den Herbst

Was gerade Saison hat, verändert sich im Laufe der Herbstmonate und hängt auch von Anbau, Region und Lagerung ab. Einige Lebensmittel begegnen uns in dieser Jahreszeit aber besonders häufig. Viele davon sind echte Alltagsklassiker, andere geraten vielleicht ein wenig in Vergessenheit, bis sie im Herbst wieder häufiger in den Auslagen auftauchen.

Äpfel und Birnen

Äpfel und Birnen gehören zum Herbst und zeigen gleichzeitig sehr schön, wie abwechslungsreich ein vermeintlich alltägliches Lebensmittel sein kann. Gerade jetzt gibt es viele verschiedene Sorten. Manche Äpfel schmecken süß und mild, andere deutlich säuerlicher oder kräftiger. Auch bei Birnen unterscheiden sich Geschmack und Konsistenz je nach Sorte.

Beide können natürlich direkt gegessen werden, können aber noch einiges mehr. Apfel- oder Birnenstücke schmecken in Porridge, Joghurt oder Quark und lassen sich mit Haferflocken, Zimt und Nüssen zu einem warmen Frühstück kombinieren. Auch herzhaft funktionieren sie gut: Apfel bringt Frische in einen Salat, Birne passt beispielsweise zu Feldsalat, Walnüssen und Käse.

Vielleicht greifst du beim nächsten Einkauf einmal nicht automatisch zu deiner gewohnten Sorte. Gerade bei Äpfeln gibt es im Herbst viel zu entdecken – und manchmal reicht schon eine andere Sorte, damit ein Lebensmittel, das man ständig kauft, plötzlich wieder interessant schmeckt.

Rote Äpfel und grüne Birnen als saisonales Obst im Herbst
Äpfel und Birnen gibt es im Herbst in vielen Sorten und Geschmacksrichtungen.

Kürbis

Kaum ein Gemüse wird so stark mit dem Herbst verbunden wie Kürbis. Besonders Hokkaido und Butternut sind jetzt vielerorts zu finden, daneben gibt es zahlreiche weitere Sorten mit unterschiedlichen Formen, Farben und Geschmacksrichtungen.

Kürbis schmeckt nicht nur als Suppe. In Stücke geschnitten und mit etwas Öl und Gewürzen im Ofen gegart, lässt er sich mit vielen anderen Lebensmitteln kombinieren. Beim Hokkaido kann die Schale mitgegessen werden. Das Fruchtfleisch wird beim Garen weich und bekommt je nach Sorte eine leicht süßliche bis nussige Note.

Ofenkürbis passt beispielsweise zu Kartoffeln, Pilzen, Feta oder Nüssen. Er kann eine Bowl ergänzen, zu Couscous gegessen oder zusammen mit anderem Gemüse serviert werden. Wenn du gleich etwas mehr zubereitest, kannst du den restlichen Kürbis am nächsten Tag noch einmal anders kombinieren. So entstehen aus denselben Zutaten unterschiedliche Mahlzeiten, ohne dass zweimal genau dasselbe auf dem Teller liegt.

Aufgeschnittener Hokkaido-Kürbis mit orangefarbenem Fruchtfleisch und Kernen
Hokkaido gehört zu den typischen Herbstgemüsen und lässt sich vielseitig kombinieren.

Kohl

Auch die Kohlsaison nimmt im Herbst Fahrt auf. Spitzkohl, Weißkohl, Rotkohl und Wirsing gehören je nach Erntezeit dazu, später kommt auch Grünkohl hinzu. Gerade Kohl wird schnell mit klassischen Wintergerichten verbunden, dabei lässt er sich sehr unterschiedlich zubereiten.

Spitzkohl kann fein geschnitten kurz in der Pfanne angebraten oder roh verwendet werden. Weiß- und Rotkohl eignen sich unter anderem für Salate, Wirsing passt in Suppen, Aufläufe und Gemüsepfannen. Damit lässt sich Kohl auch in Gerichte einbauen, die vielleicht ohnehin regelmäßig auf deinem Speiseplan stehen.

Viele Kohlsorten haben außerdem den Vorteil, dass sie sich gut aufbewahren lassen. Ein Kohlkopf muss deshalb nicht komplett in einem Gericht verschwinden. Heute kommt ein Teil in die Gemüsepfanne, ein paar Tage später kann der Rest ganz anders zubereitet werden. Gerade wenn du bisher eher selten Kohl kaufst, lohnt es sich, verschiedene Sorten auszuprobieren – sie unterscheiden sich in Geschmack und Konsistenz deutlich stärker, als man zunächst vermuten könnte.

Rotkohl und Wirsing als saisonale Kohlsorten im Herbst
Kohl bringt im Herbst Abwechslung in Suppen, Salate, Ofengerichte und Gemüsepfannen.

Möhren und anderes Wurzelgemüse

Möhren begleiten uns zwar das ganze Jahr, passen aber besonders gut zu vielen Gerichten, die im Herbst wieder häufiger auf den Tisch kommen. Sie schmecken roh, geraspelt im Salat, in Suppen und Gemüsepfannen oder im Ofen gegart. Beim Rösten entwickelt sich ihre natürliche Süße noch etwas stärker.

Daneben lohnt sich ein Blick auf anderes Wurzel- und Knollengemüse. Pastinaken schmecken etwas süßlich-würzig, Knollensellerie bringt einen kräftigeren Geschmack mit und Rote Bete fällt schon durch ihre intensive Farbe auf. Zusammen ergeben verschiedene Sorten ein buntes Ofengemüse, können aber genauso einzeln verwendet werden.

Du kannst dabei ruhig bei dem anfangen, was du bereits kennst. Möhren mit Kartoffeln und Kürbis sind beispielsweise eine schöne Kombination für ein Ofenblech. Beim nächsten Mal kommt vielleicht eine Pastinake oder etwas Rote Bete dazu. Auf diese Weise verändert sich ein bekanntes Gericht ein wenig, ohne dass du dafür gleich nach einem völlig neuen Rezept suchen musst.

Möhren, Rote Bete und weiteres Wurzelgemüse auf einem Holztisch
Möhren, Rote Bete, Pastinaken und anderes Wurzelgemüse passen gut in die Herbstküche.

Kartoffeln

Zwischen orangefarbenem Kürbis, leuchtender Roter Bete und verschiedenen Kohlsorten wirken Kartoffeln vielleicht erst einmal wenig herbstlich. Für die Alltagsküche sind sie aber ausgesprochen vielseitig. Sie lassen sich kochen, backen, als Kartoffelspalten zubereiten oder mit Gemüse in der Pfanne anbraten.

Gerade mit saisonalem Gemüse bilden sie eine gute Grundlage für ganz unterschiedliche Mahlzeiten. Pellkartoffeln mit Kräuterquark und Gemüse funktionieren genauso wie ein Blech mit Kartoffeln, Möhren und Kürbis. Gekochte Kartoffeln vom Vortag können später in einer Gemüsepfanne oder einem Kartoffelsalat landen.

Und vielleicht ist genau das ein gutes Beispiel dafür, was saisonales Essen im Alltag bedeuten kann: Nicht jedes Lebensmittel auf dem Teller muss neu oder besonders sein. Oft reicht ein vertrauter Bestandteil, der je nach Jahreszeit anders ergänzt wird.

Kartoffeln mit frischen Rosmarinzweigen auf einem Holztisch
Kartoffeln sind vielseitig und lassen sich mit vielen saisonalen Herbstgemüsen kombinieren.

Pilze

Pilze passen geschmacklich wunderbar in den Herbst. Champignons werden kultiviert und sind deshalb ganzjährig erhältlich. Gleichzeitig haben im Spätsommer und Herbst verschiedene heimische Wildpilze Saison – darunter beispielsweise Steinpilze und Pfifferlinge.

Für die eigene Küche sind schon Champignons sehr vielseitig. Kurz angebraten passen sie zu Kartoffeln, Pasta oder Reis, können eine Gemüsepfanne ergänzen oder zusammen mit Kürbis und Feta serviert werden. Auch auf einer Scheibe Brot mit Frischkäse oder einem anderen Aufstrich schmecken gebratene Pilze gut.

Verschiedene Pilze als herbstliche Lebensmittel auf einem Holztisch
Pilze passen zu Kartoffeln, Kürbis, Pasta und vielen weiteren herbstlichen Gerichten.

Du brauchst nicht für jedes Lebensmittel ein neues Rezept

Vielleicht kennst du das: Beim Einkaufen sieht ein Gemüse interessant aus, es landet im Korb – und zu Hause fehlt plötzlich die Idee, was daraus werden soll. Dabei braucht nicht jedes saisonale Lebensmittel sein eigenes Rezept. Oft lässt es sich viel leichter in Gerichte integrieren, die du bereits kennst und gerne isst.

Hilfreich kann es sein, eher in Bausteinen als in fertigen Rezepten zu denken. Eine Grundlage wie Kartoffeln, Couscous, Brot oder Haferflocken wird mit saisonalem Obst oder Gemüse ergänzt. Dazu kommen beispielsweise Käse, Quark, ein Aufstrich, Nüsse, Kerne oder Kräuter. Je nachdem, was gerade da ist und worauf du Appetit hast, entsteht daraus eine andere Kombination.

Zum Beispiel:

  • Kartoffeln + Ofengemüse + Kräuterquark
  • Kürbis + Pilze + Feta
  • Couscous + gegartes Herbstgemüse + Nüsse
  • Brot + Frischkäse oder Hummus + gebratenes Gemüse
  • Porridge + Apfel oder Birne + Nüsse
  • Salat + Birne oder Apfel + Käse + Kerne

Diese Kombinationen sind keine festen Rezepte. Genau das ist der Vorteil. Aus Kürbis und Pilzen kann heute eine warme Bowl werden, während der restliche Kürbis morgen einen Salat ergänzt. Ein Apfel landet morgens im Porridge und ein anderer am nächsten Tag zusammen mit Käse und Nüssen im Salat.

Statt dich also zu fragen: „Welches Rezept brauche ich für dieses Gemüse?“, kannst du auch überlegen: „Zu welchem Essen, das ich sowieso gerne mag, könnte es passen?“ Gerade für lange Arbeits- oder Unitage kann diese Art zu denken hilfreich sein, weil nicht jede Mahlzeit neu geplant werden muss.

Saison wahrnehmen – auch beim Essen

Saisonal zu essen hat noch einen anderen schönen Aspekt: Die Jahreszeit wird dadurch ein Stück weit sichtbarer. Viele Stunden unseres Tages verbringen wir drinnen, im Büro, im Homeoffice oder unterwegs. Der Wechsel der Jahreszeiten findet währenddessen draußen statt und fällt manchmal erst richtig auf, wenn es morgens später hell oder am Nachmittag plötzlich früher dunkel wird.

Auch beim Essen lässt sich dieser Wechsel beobachten. Im Sommer begegnen uns Beeren, Tomaten und Zucchini besonders häufig. Im Herbst stehen Kürbisse vor den Geschäften, die Auswahl an Äpfeln wird größer und Kohl- und Wurzelgemüse tauchen wieder vermehrt auf. Gleichzeitig verändert sich oft auch das, worauf wir Appetit haben: Ein warmes Porridge passt plötzlich wieder zum Morgen, aus Gemüse wird ein Ofenblech und nach einem kühlen Tag schmeckt eine Suppe anders als noch mitten im Sommer.

Beim nächsten Einkauf kannst du deshalb einmal etwas genauer hinschauen. Was wird gerade besonders häufig angeboten? Welche Farben fallen dir auf? Gibt es ein Lebensmittel, das du mit Herbst verbindest oder schon lange nicht mehr gegessen hast? Vielleicht entdeckst du dabei eine Sorte, die du noch nicht kennst, oder erinnerst dich an ein Gericht, das du schon lange einmal wieder machen wolltest.

So wird aus dem Einkauf kein Achtsamkeitsprogramm, sondern einfach ein Moment, in dem du wahrnimmst, was gerade da ist. Das passt für mich viel besser zu Moviva: Aufmerksamkeit im Alltag darf auch mitten zwischen Einkaufskorb, Gemüseabteilung und Abendessen stattfinden.

Saisonkalender für den Herbst mit Illustrationen von saisonalem Obst und Gemüse
Ein Saisonkalender kann beim Einkauf zeigen, welches Obst und Gemüse gerade Saison hat.

Den Herbst auf den Teller holen

Du brauchst keinen perfekt saisonalen Einkaufszettel, damit sich die Jahreszeit auch beim Essen wiederfindet. Vielleicht probierst du beim nächsten Einkauf eine andere Apfelsorte. Vielleicht kommt zum ersten Mal seit Monaten wieder Kürbis mit. Oder du greifst zu Wirsing, Roter Bete oder Pastinaken und schaust, womit du sie gerne kombinieren möchtest.

Oft sind es gerade diese kleinen Veränderungen, die Abwechslung bringen. Das gewohnte Porridge bekommt Apfel und Zimt, zu den Kartoffeln kommt diesmal Kürbis aus dem Ofen und die Gemüsepfanne verändert sich mit Pilzen oder Wirsing. Die Grundlage bleibt vertraut, während die Jahreszeit ein bisschen mitbestimmt, was dazukommt.

Saisonal zu essen bedeutet damit nicht, nach einem festen Regelwerk einzukaufen. Es kann vielmehr eine Einladung sein, beim Einkaufen wieder etwas neugieriger hinzusehen, verschiedene Geschmäcker auszuprobieren und wahrzunehmen, was sich im Laufe des Jahres verändert. Der Herbst bietet dafür ziemlich viel Auswahl.

Bowl mit Kürbis, Pilzen, Roter Bete, Feta und Kräutern
Saisonale Zutaten lassen sich immer wieder neu mit vertrauten Lebensmitteln kombinieren.