Homeoffice und Bewegung: Wenn der Arbeitsweg plötzlich fehlt

Homeoffice kann vieles einfacher machen: morgens kein Pendeln, kein Stau, kein Warten auf die Bahn und der Schreibtisch ist nur wenige Schritte entfernt. Genau darin steckt allerdings auch eine kleine Besonderheit des Arbeitens von zuhause: Viele Wege, die an einem normalen Bürotag ganz selbstverständlich entstehen, fallen weg.

Dabei geht es nicht unbedingt um Sport oder eine zusätzliche Trainingseinheit. Schon die vielen kleinen Wege eines Arbeitstages tragen dazu bei, dass wir zwischendurch immer wieder aufstehen und uns bewegen. Im Homeoffice lohnt es sich deshalb, einmal genauer hinzuschauen: Welche Bewegung entsteht im Büro eigentlich ganz nebenbei – und wie lässt sich ein Teil davon auch zuhause in den Alltag holen?

Im Büro bewegen wir uns häufiger, als wir denken

Ein klassischer Bürotag beginnt für viele Menschen bereits mit Bewegung. Wir gehen zur Bahn oder zum Auto, fahren vielleicht ein Stück mit dem Fahrrad, nehmen Treppen oder laufen vom Parkplatz zum Arbeitsplatz.

Und auch während des Tages entstehen immer wieder kleine Wege:

  • zur Küche oder Kaffeemaschine
  • zu Kolleginnen und Kollegen
  • in einen Besprechungsraum
  • zum Drucker
  • in der Mittagspause nach draußen
  • nach Feierabend wieder zurück zur Bahn, zum Fahrrad oder Auto

Keiner dieser Wege ist für sich genommen besonders lang. Über den gesamten Tag verteilt sorgen sie aber dafür, dass wir unseren Sitzplatz immer wieder verlassen. Zuhause sieht das oft anders aus.

Person geht in Socken eine Holztreppe hinauf
Treppen und kurze Wege sorgen im Alltag immer wieder für kleine Bewegungseinheiten.

Wenn der Arbeitsweg nur noch wenige Meter lang ist

Der Weg vom Frühstückstisch zum Schreibtisch dauert im Homeoffice vielleicht zehn Sekunden. Ein Meeting beginnt direkt am Laptop und auch für die Mittagspause sind es womöglich nur ein paar Schritte bis zur Küche.

Selbst Gespräche, für die wir im Büro zu einem anderen Arbeitsplatz oder in einen Besprechungsraum gehen würden, finden per Videoanruf statt. So können mehrere Stunden vergehen, ohne dass ein wirklicher Anlass besteht aufzustehen.

Das bedeutet nicht, dass Homeoffice grundsätzlich bewegungsärmer sein muss. Es verändert aber die Gelegenheiten für Bewegung: Was im Büro automatisch passiert, muss zuhause manchmal erst wieder einen Platz im Tagesablauf bekommen.

Der fehlende Arbeitsweg macht einen Unterschied

Der Arbeitsweg ist dabei besonders interessant. Er markiert nicht nur den Beginn und das Ende eines Arbeitstages, sondern kann – abhängig davon, wie wir zur Arbeit kommen – auch mit Bewegung verbunden sein. Wer beispielsweise zu Fuß zur Bahn geht oder mit dem Fahrrad fährt, sammelt schon vor Arbeitsbeginn einige aktive Minuten. Am Nachmittag oder Abend folgt derselbe Weg noch einmal.

Im Homeoffice fällt diese Strecke komplett weg. Eine Möglichkeit kann deshalb sein, sich einen kleinen eigenen „Arbeitsweg“ zu schaffen. Das muss keineswegs dieselbe Dauer haben wie der frühere Weg ins Büro. Eine kurze Runde durch die Nachbarschaft vor Arbeitsbeginn oder nach Feierabend kann bereits eine zusätzliche Gelegenheit sein, sich zu bewegen.

Grüne Sneaker stehen an einer geöffneten Tür mit Blick nach draußen
Ein kurzer Weg vor oder nach der Arbeit kann Bewegung zurück in den Homeoffice-Tag bringen.

Kleine Wege bewusst zurückholen

Mehr Bewegung im Homeoffice muss nicht bedeuten, den gesamten Tagesablauf neu zu organisieren. Oft lassen sich kleine Wege dort einbauen, wo sie gut zum eigenen Alltag passen. Du könntest zum Beispiel morgens oder nach Feierabend eine kleine Runde gehen, den Einkauf zu Fuß erledigen, beim Telefonieren aufstehen oder in der Mittagspause kurz nach draußen gehen.

Auch zuhause selbst können kleine Veränderungen helfen. Statt alles für mehrere Stunden am Schreibtisch bereitzustellen, kann beispielsweise der Weg in die Küche für ein Glas Wasser eine willkommene Unterbrechung sein. Dabei müssen nicht möglichst viele Schritte gesammelt werden. Viel interessanter ist die Frage: Wo gibt es in deinem Alltag Gelegenheiten, Sitzen immer wieder durch Bewegung zu unterbrechen?

Auch die Mittagspause bietet eine Gelegenheit

Gerade im Homeoffice verschwimmen Arbeit und Pause schnell miteinander. Das Mittagessen steht neben dem Laptop, während noch eine Nachricht beantwortet wird – und anschließend geht es direkt weiter. Dabei bietet die Mittagspause eine gute Gelegenheit, den Arbeitsplatz zumindest für einige Minuten zu verlassen.

Vielleicht möchtest du nach dem Essen eine kleine Runde gehen. Vielleicht holst du dein Mittagessen gelegentlich zu Fuß. Oder du nutzt einfach ein paar Minuten, um einmal vor die Tür zu gehen. Es muss nicht jeden Tag dieselbe Aktivität sein. Entscheidend ist vielmehr, Möglichkeiten zu finden, die tatsächlich in den eigenen Arbeitsalltag passen.

Wasserkaraffe mit Limette und Minze sowie ein Glas Wasser auf einem Holztisch
Eine Pause kann auch ein Anlass sein, aufzustehen und den Schreibtisch für einen Moment zu verlassen.

Bewegung im Homeoffice darf einfach sein

Wenn wir über einen bewegteren Alltag sprechen, denken wir schnell an feste Workouts, Sportkurse oder Trainingspläne. Für einen langen Arbeitstag ist aber auch die Bewegung interessant, die zwischen diesen größeren Einheiten stattfindet.

Ein Gang zum Briefkasten.
Ein Einkauf zu Fuß.
Ein paar Minuten draußen.
Eine kleine Runde nach Feierabend.

Für sich genommen wirkt das vielleicht unspektakulär. Genau solche kleinen Wege können aber dabei helfen, einen überwiegend sitzenden Arbeitstag immer wieder zu unterbrechen.

Vielleicht lohnt sich deshalb beim nächsten Homeoffice-Tag eine einfache Frage:

Welche kleine Strecke könnte heute wieder Teil deines Tages werden?

Frau streckt im Sitzen beide Arme über den Kopf an ihrem Homeoffice-Arbeitsplatz
Auch kurze Bewegungspausen können längere Sitzphasen im Arbeitsalltag unterbrechen.

Lust auf eine kleine Yoga-Pause im Büro?

Wenn du zwischendurch etwas mehr Bewegung in deinen Arbeitstag bringen möchtest, findest du in meinem Kurs „15 Minuten Yin Yoga im Büro“ eine kurze Einheit für den Arbeitsplatz. Die Übungen lassen sich gut in eine Pause einbauen und bieten dir die Möglichkeit, nach längerem Sitzen wieder etwas Bewegung in deinen Tag zu bringen.

15 Minuten Yin Yoga im Büro