Journaling im Herbst: 7 Fragen für die neue Jahreszeit

Wenn die Tage langsam kürzer werden, sich die ersten Blätter verfärben und morgens wieder eine Jacke mit nach draußen muss, verändert sich auch der Alltag ein wenig. Der Herbst bringt andere Farben, anderes Licht und oft ganz eigene kleine Rituale mit sich.

Vielleicht freust du dich auf Spaziergänge durch raschelndes Laub, den ersten Tee am Nachmittag oder gemütliche Abende zu Hause. Vielleicht möchtest du die neue Jahreszeit aber auch einfach zum Anlass nehmen, einmal aufzuschreiben, was dich gerade beschäftigt und worauf du dich in den kommenden Wochen freust. Dafür brauchst du keine feste Journaling-Routine und auch keine halbe Stunde Zeit. Ein Notizbuch, ein Stift und eine einzige Frage können schon reichen.

Schmaler Waldweg zwischen bunt gefärbten Bäumen im Herbst
Ein Spaziergang im Herbst kann ein schöner Anlass sein, die Jahreszeit bewusst wahrzunehmen.

Warum der Herbst ein schöner Anlass zum Journaling ist

Journaling kann ganz unterschiedlich aussehen. Du kannst ausführlich über ein Thema schreiben, ein paar Stichpunkte sammeln oder einfach einen Gedanken festhalten, den du später noch einmal aufgreifen möchtest. Gerade der Wechsel der Jahreszeiten bietet dafür einen natürlichen Anlass. Denn während sich draußen sichtbar etwas verändert, kannst du auch einmal schauen, was bei dir gerade aktuell ist: Was möchtest du in den nächsten Wochen erleben? Wofür möchtest du dir Zeit nehmen? Worauf freust du dich?

Dabei geht es nicht darum, möglichst tiefgründige Antworten zu finden oder den Herbst für die nächste Runde Selbstoptimierung zu nutzen. Die folgenden Fragen sind vielmehr kleine Impulse. Du kannst dir eine davon aussuchen, mehrere beantworten oder immer wieder zu ihnen zurückkehren.

Geöffnetes Journal mit Herbstblättern, Kerze und Tasse in herbstlicher Atmosphäre
Fürs Journaling brauchst du nicht viel: ein Notizbuch, einen Stift und eine Frage, die dich gerade anspricht.

7 Journaling-Fragen für den Herbst

1. Was möchtest du in diesem Herbst öfter genießen?

Vielleicht gibt es etwas, das für dich ganz selbstverständlich zum Herbst gehört. Ein Spaziergang am Wochenende, eine warme Tasse Tee, Kürbisgerichte, ein gutes Buch oder die ersten Abende mit Kerzenlicht.

Überlege nicht nur, was du im Herbst gerne machst, sondern auch, wovon du in diesem Jahr gern ein bisschen mehr hättest. Das dürfen ganz kleine Dinge sein. Vielleicht möchtest du öfter draußen sein, solange die Tage noch mild sind, wieder häufiger lesen oder am Wochenende morgens länger am Frühstückstisch sitzen.

2. Welche kleinen Dinge machen den Herbst für dich besonders?

Der Geruch von feuchtem Laub. Kastanien auf dem Weg. Nebel am Morgen. Bunte Bäume. Das Geräusch von Regen am Fenster.

Jahreszeiten erleben wir nicht nur über das Wetter oder den Kalender. Oft sind es gerade solche kleinen Details, die eine bestimmte Zeit des Jahres besonders machen.

Welche davon gehören für dich zum Herbst?

Herbstliches Journaling mit geöffnetem Notizbuch und bunten Blättern
Kleine Gedanken und Beobachtungen dürfen genauso ihren Platz im Journal finden wie große Fragen.

3. Wofür möchtest du dir in den nächsten Wochen bewusst Zeit nehmen?

Der Kalender wird mit einer neuen Jahreszeit nicht automatisch leerer. Deshalb kann es interessant sein, einmal unabhängig von Terminen und Verpflichtungen zu überlegen: Wofür möchtest du eigentlich Zeit haben?

Vielleicht möchtest du häufiger kochen, Freunde treffen, draußen unterwegs sein, Yoga machen, kreativ werden oder einfach einen ruhigen Abend zu Hause verbringen.

Du musst daraus keinen neuen Wochenplan machen. Es reicht zunächst, die Dinge aufzuschreiben, die in den nächsten Wochen gern etwas mehr Platz bekommen dürfen.

4. Was darf in deinem Alltag gerade ein bisschen einfacher werden?

Nicht jede Veränderung braucht ein großes Ziel. Manchmal ist es viel angenehmer, etwas unkomplizierter zu gestalten.

Vielleicht möchtest du deine Wochenenden weniger vollpacken. Vielleicht gibt es eine Routine, die inzwischen eher Aufwand als Unterstützung ist. Oder du stellst fest, dass manche Dinge gerade gar nicht so wichtig sind, wie sie sich im Alltag anfühlen.

Die Frage muss deshalb nicht heißen: Was möchte ich verändern?
Vielleicht reicht: Wo darf es ein bisschen einfacher sein?

5. Welche Orte möchtest du in diesem Herbst besuchen oder wiedersehen?

Vielleicht gibt es einen Wald, der im Oktober besonders schön aussieht. Einen See, an dem du schon länger nicht mehr warst. Einen Park mitten in der Stadt, einen Lieblingsweg oder ein Ausflugsziel, das du bisher nur aus dem Sommer kennst.

Schreib ein paar Orte auf, auf die du gerade Lust hast.

Das müssen keine großen Ausflüge sein. Auch ein Weg in deiner Nähe kann im Herbst plötzlich ganz anders aussehen als noch einige Wochen zuvor.

Spaziergang durch buntes Herbstlaub auf dem Waldboden
Vielleicht nimmst du eine der Journaling-Fragen einfach mit auf deinen nächsten Herbstspaziergang.

6. Was möchtest du in diesem Herbst zum ersten Mal ausprobieren?

Ein neues Rezept? Einen unbekannten Wanderweg? Ein kreatives Projekt? Eine andere Yoga-Praxis? Einen Ort, an dem du noch nie warst?

Neue Erlebnisse müssen weder spektakulär noch besonders ambitioniert sein. Vielleicht möchtest du einfach einmal mit einer Thermoskanne losziehen und deinen Tee draußen trinken. Einen regnerischen Nachmittag zum Zeichnen nutzen. Oder eine kleine Herbsttradition beginnen, die es bisher noch nicht gab.

Was klingt gerade nach etwas, das dir Freude machen könnte?

7. Woran möchtest du dich erinnern, wenn der Herbst vorbei ist?

Stell dir vor, es ist Ende November und die ersten richtig winterlichen Tage stehen vor der Tür. Welche Erinnerung aus diesem Herbst würdest du dann gern mitnehmen?

Vielleicht ist es ein bestimmter Ausflug. Vielleicht sind es viele kleine Spaziergänge. Ein schöner Abend mit Freunden. Ein Projekt, das dir Spaß gemacht hat. Oder einfach das Gefühl, diese Jahreszeit tatsächlich wahrgenommen zu haben, anstatt erst beim ersten Weihnachtsmarkt festzustellen, dass der Herbst schon wieder vorbei ist.

Diese Frage kann auch eine schöne Einladung sein, im Laufe der nächsten Wochen immer wieder kleine Herbstmomente festzuhalten.

Mach daraus deinen eigenen Herbstmoment

Du musst die sieben Fragen nicht der Reihe nach beantworten. Und schon gar nicht alle auf einmal. Vielleicht spricht dich heute nur eine davon an. Dann nimm genau diese. Schreib drei Sätze dazu oder drei Seiten – beides ist Journaling.

Du kannst dein Notizbuch morgens beim ersten Kaffee aufschlagen, an einem ruhigen Sonntagnachmittag schreiben oder es mit nach draußen nehmen. Gerade im Herbst lässt sich Journaling wunderbar mit einem kleinen Spaziergang verbinden.

Nimm eine Journaling-Frage mit nach draußen

Such dir vor deinem nächsten Spaziergang eine der sieben Fragen aus. Du musst unterwegs nicht ständig darüber nachdenken. Lass sie einfach ein bisschen mitkommen. Schau dich um, nimm die Farben und Geräusche wahr und vielleicht entdeckst du unterwegs Gedanken, die am Schreibtisch gar nicht aufgetaucht wären.

Anschließend kannst du dein Notizbuch auf einer Bank aufschlagen oder später zu Hause ein paar Gedanken festhalten. So wird aus dem Journaling keine weitere Aufgabe auf der To-do-Liste, sondern vielleicht einfach ein schöner Herbstmoment.

Grünes Journal mit Stift, Thermosflasche und Decke auf einer Holzbank im Herbstwald
Das Journal darf auch mit nach draußen – für ein paar Gedanken unterwegs oder eine kleine Pause auf der Bank.

Und wenn du dein Journal einige Wochen später wieder aufschlägst, kannst du noch einmal durch deine Antworten blättern. Vielleicht hat sich manches verändert. Vielleicht hast du einige der Orte tatsächlich besucht oder etwas ausprobiert, das zu Beginn des Herbstes nur als kleine Idee auf einer Seite stand.

Und vielleicht sind es am Ende gerade diese kleinen Dinge, die du mit diesem Herbst verbindest.

Orangefarbene Herbstblätter im Sonnenlicht vor blauem Himmel
Welche kleinen Momente möchtest du aus diesem Herbst mitnehmen?

Noch ein bisschen Zeit für dich?

Wenn du nach den Journaling-Fragen noch weitermachen möchtest, kannst du dir einfach aussuchen, was gerade zu dir passt.

Noch ein bisschen schreiben?

Im Workbook „4 Elemente – 4 Auszeiten“ findest du weitere Impulse.

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Lieber ein bisschen auf die Matte?

Mit einer ruhigen Yin-Yoga-Einheit kannst du den Abend mit etwas Bewegung ausklingen lassen.

Yin Yoga & Journaling

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